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Telekom-Konzerne wollen Europa-Netz aufbauen

Geschrieben am 10.01.2013, 11:08 Uhr von

EU-Flagge

Einem Zeitungsbericht zufolge arbeiten Telekom-Konzerne am Aufbau eines gemeinsamem europäischen Netzes. Widerstand könnte es von nationalen Regierungsbehörden geben. Für Verbrauche könnte eine solche Zusammenarbeit Vorteile bringen. Lediglich Technik und Bürokratie könnten Probleme verursachen.

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Wie die Zeitung Financial Times berichtet, sollen die Deutsche Telekom und andere Branchengrößen an einem gemeinsamem europäischen Netz arbeiten. Beraten wurde darüber bei einem Treffen am 28. November zwischen Joaquín Almunia (EU-Wettbewerbskommissar) und Konzern-Chefs der Telekommunikationsunternehmen aus ganz Europa. Es ging darum die Infrastruktur auch über Länder hinaus zu teilen. Möglich wäre dies über drei Wege: 1.) Übernahme, 2.) Überführung von Schulden und der Infrastruktur in ein neues Unternehmen und 3.) eine Netzkooperation.

Ziel: Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit

Beim Treffen dabei waren neben der Deutschen Telekom auch France Telecom, Telecom Italia, Belgacom (Belgien), KPN (Niederlande), Orange (Frankreich) und Telefonica (in Spanien Marktführer). Im nächsten Schritt sollen die Konzerne Vorschläge bringen, um den zersplitteten europäischen Markt zu verbinden. Ziel ist die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von europäischen Unternehmen. Zum Vergleich: In den USA und China gibt es nur drei oder vier große Telekommunikationsanbieter.

Probleme machen derzeit den europäischen Anbietern nationale Beschränkungen und die harte Konkurrenz, so eine informierte Person gegenüber der Financial Times. Außerdem könnten Telekommunikationsunternehmen bei einer Zusammenarbeit gegenüber globalen Konzernen wie Google mehr Verhandlungsmacht haben. Die EU-Kommission steht einer Kooperation in der Telekombranche nicht entgegen. Es sei allerdings eine Sache der Unternehmen.

Einheitspreise für Verbraucher?

Verbraucher würden bei einer Kooperation möglicherweise Vorteile haben. Für Telefon- und Internet-Flatrates könnte es in ganz Europa einheitliche Preise geben. Für die Steigerung der Profitabilität und Geld für Investitionen in den Netzausbau sind Netzanbieter bereits seit Jahren für eine Konsolidierung innerhalb der Länder.

Eine Hürde könnten technische Standards sein. Teilweise setzen die Anbieter regional auf unterschiedliche Technik. Außerdem könnten die nationalen Aufsichtsbehörden sich gegen Kooperationen aussprechen. Von den Unternehmen gab es dazu keine Stellungnahme.

EU-Flagge

EU-Flagge (Bild: Flickr.com / Justus Blümer)

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Konstantin Matern

Geschäftsführung & Leitung
Konstantin machte bereits 2003 bis 2007 seine Ausbildung bei der Deutschen Telekom AG. Heute betreibt er verschiedene Portale im Bereich der Telekommunikation. Auf DSL-Stadt.de schreibt er über verschiedene Themen und setzt sich für den Breitbandausbau (auch auf dem Land) ein.
tag_blue Schlagwörter: EU, EU-Kommission, Europa, Telekom
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