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Telefónica: o2 geht am 30. Oktober an die Börse

Geschrieben am 16.10.2012, 11:04 Uhr von

Telefonica o2

Telefónica will mit dem Börsengang seiner deutschen Tochter o2 bis zu 1,52 Milliarden Euro einnehmen. Zwischen 5,25 und 6,50 Euro soll die Aktie kosten, wie Telefónica am Dienstag mitteilte. 23,17 Prozent der Anteile will der spanische Telekommunikationskonzern letztlich an die Börse bringen. Am Ende will sich der Konzern von 259 Millionen Aktien trennen.

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Mehr als 58 Milliarden Euro Schulden machen Telefónica zu einem der am höchsten verschuldeten Telekommunikationskonzerne der Welt. Bereits im Sommer hatte das Unternehmen angekündigt die deutsche Tochter o2 an die Börse zu bringen, um die Verschuldung abzubauen. Am 30. Oktober wird es so weit sein. JP Morgen und der UBS werden den Börsengang begleiten. Branchenkenner schätzen den Wert von o2 mit rund neun Milliarden Euro ein.

Im ersten Halbjahr konnte Telefónica Deutschland das Nettoergebnis wegen steigender Kundenzahlen und zum kleinen Teil auch wegen Kostensenkungen auf 55 Millionen Euro mehr als verdoppeln. Ein Jahr zuvor betrug es nur 23 Millionen Euro. Im Mobilfunkmarkt hat o2 dennoch das nachsehen. Wie die Bundesnetzagentur mitteilte, haben Vodafone (31,5 Prozent), Telekom (31,2 Prozent) und E-Plus (21 Prozent) im zweiten Quartal einen deutlich höheren Marktanteil gemessen an Kundenzahlen als o2 mit nur 17 Prozent.

Für die Zukunft will o2 auf mobile Datendienste setzen. Daher wird das Unternehmen in den nächsten Monaten große Summen in eine Aufrüstung des Netzes stecken. Insbesondere LTE („Long Term Evolution“) soll langfristig gesehen den heute weit verbreiteten Standard UMTS ablösen. Das gilt auch für die Konkurrenz Telekom und Vodafone. Sogar E-Plus startet den LTE-Netzausbau und will den Mobilfunkstandard der vierten Generation neben HSPA einführen.

Mobile Datendienste im Kommen

Der Trend geht hin zur mobilen Datennutzung. Jens-Schulte-Bockum (Geschäftsführer von Vodafone) schätzt, dass das eigene Unternehmen in fünf Jahren zwei Drittel der Umsätze damit machen wird. Aktuell macht das Unternehmen mit Sprache und SMS etwa zwei Drittel der Umsätze. Router- und Switch-Hersteller Cisco schätzt ein, dass der Datenverkehr über Mobilfunknetze sich zwischen 2011 und 2016 verachtzehnfacht. Daher setzen die Mobilfunkunternehmen auf das neue LTE, welches deutlich schneller als DSL ist. Das kostet auch entsprechend. Aktuelle LTE-Tarife beginnen bei 30 Euro pro Monat.

LTE-Ausbau ist teuer

Zwar ist der Ausbau von LTE nicht so hoch wie zu Zeiten von UMTS, allerdings ist dieser dennoch sehr teuer. So können die Mobilfunkanbieter bestehende UMTS-Masten zwar benutzen, müssen dennoch für die neue LTE-Technik zahlen. Vodafone etwa investiert einen Milliardenbetrag. Dabei haben die Unternehmen erst für die Ersteigerung von LTE-Lizenzen mehrere Milliarden gezahlt – Vodafone ca. 1,4 Milliarden Euro. o2 hat mit 19 Millionen Kunden zwar deutlich weniger als Vodafone, kann dennoch die LTE-Investitionen nicht ohne weiteres begleichen. Dabei erzielte das Unternehmen in 2011 einen Gewinn vor Abschreibungen von 1,1 Milliarden Euro.

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Julian Mende

Redakteur
Julian ist unser Spezialist in Sachen Kabel-Internet. Er hat nicht nur die Tarife von Kabel Deutschland, Tele Columbus und Unitymedia im Blick, sondern berichtet auch, wenn ein Unternehmen den Glasfaserausbau vorantreibt.
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