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Studie der Bundesnetzagentur: Anschlüsse langsamer als vom Anbieter versprochen

Geschrieben am 15.04.2013, 08:58 Uhr von

Breitband-Test der Netzagentur

Internetanbieter versprechen rasante Download-Transferraten und locken damit immer wieder Kunden. Sie erwarten eine schnellere Leistung, um schnell im Netz zu surfen und Downloads in kurzer Zeit zu tätigen. Wie eine Studie der Bundesnetzagentur jetzt ergeben hat, soll die beworbene Bandbreite in der Praxis nicht oft erreicht werden.

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Mehr als 226.000 Nutzer in ganz Deutschland haben die Bandbreite ihres Internetanschlusses gemessen. Gestartet wurde die Studie der Netzagentur (hier als PDF), weil viele Kundenbeschwerden eingingen. Viele Kunden hatten bereits vorher Geschwindigkeitsabweichungen festgestellt. Die Ergebnisse dürften für die Anbieter mehr als peinlich sein. Die kleinsten Abweichungen gab es bei geringen Bandbreiten. Bei den Internettarifen bis 2 Mbit/s traten die kleinsten Abweichungen zwischen tatsächlichem und versprochenen Internet-Speed. Das galt unabhängig von der Technik (DSL, LTE oder Kabel). Jeder Dritte Nutzer eines DSL-, Kabel- und Mobilfunkanschlusses bekommt nur die Hälfte seines Breitband-Speeds bereitgestellt.

Kabelanschlüsse mit geringsten Abweichungen

Große Abweichungen und Nachholbedarf gibt es dagegen bei den schnellsten Datenleitungen: In der Klasse 50 bis 100 Mbit/s bei Kabelanschlüssen und 25 bis 50 Mbit/s bei LTE-Tarifen gab es die größten Abweichungen. Bei DSL gab es in der Bandbreiten klasse 8 bis 18 Mbit/s die größten Abweichungen. Insgesamt waren die Abweichungen bei Kabelanschlüssen besonders gering. In der Studie zeigte sich, dass es keinen Unterschied macht, ob man eine Leitung auf dem Land, in der Halb-Stadt oder Großstadt hat. In städtischen Regionen waren die Abweichungen geringfügig kleiner (LTE bildet hier die Ausnahme).

DSL-Geschwindigkeiten unabhängig von Tageszeit

Konstant blieben die Downloadraten bei DSL-Anschlüssen. Dagegen erreichen LTE- und Kabelanschlüsse laut der Studie in der Abendzeit 10 Prozent geringere Downloadraten. Bei UMTS konnte kein Rückschluss auf die Qualität der mobilen Internetzugänge gemacht werden.

Provider versprechen zu viel – Was tun?

Bereits eit einiger Zeit hält sich das Gerücht, dass Netzanbieter ihre Breitbandanschlüsse besser anpreisen als sie wirklich sind. In den seltendsten Fällen erreichen die Leitungen die versprochene Breitbandgeschwindigkeiten wie auch unsere DSL-Speedtests zeigen. Als Verbraucher weiß man nur vage, welche Leistungen der Internetanschluss genau bietet. Dafür gibt es auch Kritik vom Chef der Netzagentur Jochen Homann.

Was man als Verbraucher machen kann? Provider müssen seit Anfang Mai 2012 die erreichbare Mindestgeschwindigkeit bereits vor Vertragsabschluss angeben. Daher können sich Neukunden erkundigen, welche Surfgeschwindigkeiten sie an ihrem Ort konkret erwarten können.

Unsere Meinung: Die Speed-Messungen auf unserem Portal bestätigen die Studie der Bundesnetzagentur. Laut den Angaben der Nutzer auf unserer Seite erreichen die Internetanschlüsse nur selten die Surfgeschwindigkeiten, die von den Providern im Vertrag angegeben werden. Als Verbraucher sollte man daher in Erwägung ziehen den Internetanbieter zu wechseln, wenn der Internetanschluss deutlich langsamer ist als vertraglich vereinbart.

Breitband-Test der Netzagentur

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Konstantin Matern

Geschäftsführung & Leitung
Konstantin machte bereits 2003 bis 2007 seine Ausbildung bei der Deutschen Telekom AG. Heute betreibt er verschiedene Portale im Bereich der Telekommunikation. Auf DSL-Stadt.de schreibt er über verschiedene Themen und setzt sich für den Breitbandausbau (auch auf dem Land) ein.
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