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Router-Zwang bei DSL-Verträgen könnte bald aufgehoben werden

Geschrieben am 07.09.2012, 11:51 Uhr von

Vodafone Easybox

Viele DSL-Provider zwingen ihre Kunden beim Neuauftrag einen bestimmten Router zu erwerben. Mit Eingabe eines Installationscodes lässt sich dieser einfach konfigurieren. Fehler bei der Erstinstallation werden dadurch verhindert, aber auch für die Provider kostenintensive Sercice-Anrufe. Die Bundesnetzagentur prüft nun, ob dies gegen gesetzliche Regelungen verstößt.

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Wer einen DSL-Vertrag abschließt, erhält in der Regel einen DSL-Router unabhängig davon, ob er gebraucht wird. Einige Internetanbieter gehen sogar weiter und erschweren den Anschluss eines Fremdgerätes, indem die notwendigen Zugangsdaten dem Kunden vorenthalten werden.

Rechtlich könnte dies aufgrund des „Gesetz über Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen“ (FTEG) problematisch für betroffene Provider sein, wie die Fachzeitschrift PC-Welt berichtet. Kunden müssen demnach die Wahl haben einen Router auszuwählen, der die technisch erforderlichen Grundfunktionen bietet. Der gleichen Meinung ist auch die Bundesnetzagentur. Sie hat sich der Sache angenommen.

Schnelle DSL-Einrichtung mit Installationscode

Für den Kunden ist die Verwendung eines bestimmten Routers nicht nur nachteilig. So erhalten sie oft einen Installationscode. Innerhalb weniger Minuten ist so ein DSL-Anschluss korrekt eingerichtet. Technische Kenntnisse sind oft nicht erforderlich, sodass auch Laien in der Regel die DSL-Einrichtung selbst durchführen können.

Problematisch dabei ist: Wer einen Fremd-Router einsetzen möchte, benötigt die Zugangsdaten. DSL- und Voice-Over-IP-Konfigurationen erfordern Benutzernamen, Kennwörter und teils andere Daten. Nicht selten wollen Kunden die gelieferten Geräte gegen hochwertigere Router austauschen. Den Standard-Geräten fehlen oft für Kunden wichtige Funktionen – außerdem ist eine hohe Qualität je nach Anbieter nicht immer gewährleistet.

DSL-Anbieter versuchen Support-Kosten zu senken

Vermutlich versuchen Internetanbieter die Support-Kosten zu setzen. Eine automatische Konfiguration ist nicht so fehleranfällig, wie eine manuelle Einrichtung. Bei den großen DSL-Anbietern geben bislang die Telekom, Congstar und 1&1 die Router-Zugangsdaten sofort heraus. Bei Vodafone erhält der Kunde dies auf Nachfrage. Bis eine gerichtliche Entscheidung getroffen ist, kann noch einige Zeit vergehen. Aktuell führt die Bundesnetzagentur Gespräche mit den Internet-Providern, um einen Überblick über die Lage zu erhalten. Unserer Meinung nach dürfte es kein Problem sein neben einem Installationscode auch die Logindaten an den Kunden zu versenden. Demnach sollte das Problem einfach zu lösen sein.

Vodafone Easybox

Vodafone hat einen Installationscode bei der Easybox

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Timo Zudjak

Chefredakteur
Timo ist Chefredakteur auf DSL-Stadt. Er ist selbst auch Autor und schreibt hier über News zu LTE (Long Term Evolution) und immer wenn es etwas Neues im DSL-Bereich zu berichten gibt. Er ist der Ansprechpartner für alle anderen Redakteure aus dem Team.
tag_blue Schlagwörter: Bundesnetzagentur, DSL, Router
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