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Oberhausen ist im Netz: die Kleinstadt im Schwäbischen hat dank Eigenengagement Breitband

Geschrieben am 22.10.2011, 08:30 Uhr von
50 Mbit Oberhausen

50 Mbit Oberhausen

75 Prozent Akzeptanz aus dem eigenen kommunalen Bereich brauchte man, damit sich das eigene Ortsnetz wirtschaftlich rechnet. In Oberhausen ist man bereits einen Schritt weiter, als in vielen anderen Kommunen. Man hat den Sprung ins kalte Wasser gewagt und ist als mit Breitband gänzlich unterversorgte Gemeinde in Vorleistung gegangen und hat eine gemeindeeigene Tochterfirma gegründet und ein Glasfasernetz verlegt. Als Gemeinde hat man in der Folge einige bereits zu Beginn begeisterte Bürger gefunden, die als Multiplikator aufgetreten sind und das neue Netz und die Möglichkeiten in der Bevölkerung bekannt gemacht haben. So ist es gelungen, gleich von Beginn an die Wirtschaftlichkeits-Quote auch wirklich zu erreichen.

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Breitband steht als übergeordneter Begriff für die schnelle Datenübertragung im Internet.

Gerade im ländlichen Umfeld ist es für Großunternehmen wenig lukrativ zu investieren. Diese konzentrieren sich vordergründig auf die großen Ballungsgebiete. Daher war aus Sicht des Gemeinderates Eigeninitiative gefragt. Da Oberhausen mit zu den ersten kleinen Kommunen gehörte, die das Heft selbst in die Hand genommen hat, um die vorhandene Breitband-Unterversorgung zu Eleminieren, hat man nun einen Vorsprung gegenüber anderen. Auf dem Entscheidungsweg musste man sich anfänglich natürlich sehr genau mit dem Thema auseinander setzen. Allerdings hatte man auch die Möglichkeiten, dass man selbst Entscheidungen trifft, die sonst die großen Konzerne treffen – nämlich welche Varianten der Breitbandtechnologie man überhaupt nutzen wolle.

Los ging alles 2009 mit der Ausschreibung

2009 wurde das Projekt – das ist bei kommunalen Geschäften erforderlich, europaweit ausgeschrieben. Ziel war es, einen Mithelfer zu finden, um ein zukunftsfähiges Netzwerk zur Versorgung aller Bürger – auch denen in den Ortsteilen – zu finden. Dies wurde ganz klar in den Ausschreibungspunkten definiert:

  • Alle Einwohner mit mindestens 50 Mbit/s Bandbreite pro Anschluss anbinden
  • Die Zukunftssicherheit darstellen
  • Diskriminierungsfreie und technikneutrale Bereitstellung des Netzes für Dritte
  • Ein Finanzierungskonzept ausarbeiten
  • Beteiligungsmöglichkeit der Gemeinde Oberhausen

Der Baubeginn war im Juni 2010 für den Backboneanschluss.

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Konstantin Matern

Geschäftsführung & Leitung
Konstantin machte bereits 2003 bis 2007 seine Ausbildung bei der Deutschen Telekom AG. Heute betreibt er verschiedene Portale im Bereich der Telekommunikation. Auf DSL-Stadt.de schreibt er über verschiedene Themen und setzt sich für den Breitbandausbau (auch auf dem Land) ein.
tag_blue Schlagwörter: DSL, DSL-Ausbau, Glasfaser
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