Glasfaser-Internet

Manche Gemeinden werden selbst Glasfasernetz-Betreiber

Geschrieben am 18.10.2011, 19:55 Uhr von
Neuburg-Schrobenhausen

Neuburg-Schrobenhausen

Von Seiten der großen Betreiber hört man vor allem, dass die Großstädte besser mit Glasfasernetzen versorgt werden. In Bayern beispielsweise fährt die Telekom in Ingolstadt derzeit große Kampagnen. Die kleineren, ländlichen Gebiete dagegen müssen meist warten und dadurch Standort-Nachteile hinnehmen.

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Gemeinde nimmt Glasfaserversorgung selbst in die Hand

Die Gemeinde Karlskron, die Nahe dem derzeit von der Telekom umworbenen Gebiet Ingolstadt liegt, rüstet aktuell selbst auf. Die Gemeinde hat sich ein Partnerunternehmen gesucht und will selbst ein Glasfasernetz bauen und betreiben – im Rahmen einer Ortsnetz GmbH, die als Tochter der Kommune wirtschaftlich geführt werden soll.

Zwar seien es erst einmal einige Euro, die man in die Hand nehmen müsse. Grundsätzlich würde sich das langfristig aber rechnen, die Gemeinderäte hier überzeugt. Voraussetzung hierfür ist allerdings auch, dass man eine entsprechende Akzeptanzquote in der Gemeinde erreiche. Aber die würde jedes Unternehmen benötigen. Und wenn man als gemeindeeigenes Unternehmen die gleichen (oder sogar günstigere) Preise als die Großen Konkurrenten anbieten könnte und zudem ein zuverlässiges Netz haben würde, sollte das eig. auch funktionieren.In der Gemeinde im Donaumoos ist man in jedem Fall optimistisch.

Im Herbst 2012 sollen die ersten Anschlüsse über die eigene Glasfaserleitung laufen

Los gehen kann es allerdings erst, wenn die Freigabe von den übergeordneten Behörden erfolgt. Dann wird man versuchen, in der Bevölkerung bereits ein großangelegtes Stimmungsbild zu sammeln, damit – im Idealfall – ab Herbst 2012 die ersten Anschlüsse über das eigene Ortsnetz laufen können. In Karlskron arbeitet man mit der Firma Sacoin zusammen. Angeschlossen werden auch entsprechende kleine Ortsteile – immer natürlich die entsprechenden Anschlussinteressenten vorausgesetzt. Ziel müsse es sein, das möglichst viele Ortsbürger bereits von Beginn an dabei seien und langfristig Kunde blieben.

Für Gemeinden, die selbst die Breitband-Versorgung in die Hand nehmen möchten, hat dies zudem den Vorteil, dass auch die Gewerbesteuereinnahmen des kommunalen Tochterunternehmens im Ort verbleiben und somit den gemeindlichen Haushalts-Säckel ein wenig stärken – allerdings erst, wenn die Re-Finanzierung gesichert ist. D.h. der Bürger der jeweiligen Gemeinden haben es auch ein wenig selbst in der Hand, dass sie ihre eigene Heimatgemeinde finanziell ein wenig stärken. Mit unter 40 Euro monatlich wird das gemeindliche Breitband nicht teurer sein als die Konkurrenz. Eine Gemeinde wie Karlskron (Landkreis Neuburg-Schrobenhausen) mit knapp 5000 Einwohnern, die auf einige kleine Ortsteile aufgeteilt sind, muss jedoch von anfänglichen Investitionskosten von über 6 Millionen Euro ausgehen, die erst einmal refinanziert werden müssen.

[Bildquelle: Flickr.com / Sergio]

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Konstantin Matern

Geschäftsführung & Leitung
Konstantin machte bereits 2003 bis 2007 seine Ausbildung bei der Deutschen Telekom AG. Heute betreibt er verschiedene Portale im Bereich der Telekommunikation. Auf DSL-Stadt.de schreibt er über verschiedene Themen und setzt sich für den Breitbandausbau (auch auf dem Land) ein.
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