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LTE-Report: So weit ist das 4G-Netz im Frühjahr 2013

Geschrieben am 18.02.2013, 13:05 Uhr von

LTE-Techniker im Schaltraum

Die Deutsche Telekom und Vodafone dominieren den LTE-Markt. Telefónica hingt dagegen etwas hinterher, während E-Plus bisher nahezu komplett auf den LTE-Ausbau verzichtet und auf HSPA+ setzt. Wir haben uns den LTE-Markt näher angeschaut und bringen den LTE-Report.

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Es ist jetzt drei Jahre her, dass die LTE-Lizenzen versteigert wurden. Die Abdeckung von LTE ist heute bereits recht hoch, was auch mit an den Bedürfnissen der Kunden liegt. Heute sind schnelle Netzzugänge sehr wichtig. Anders sah dies bei der Einführung von UMTS aus. Es geschah nach dessen Lizenzversteigerung nämlich lange erstmal nichts. Dennoch ist die Nachfrage nach LTE bislang eher gering. Erwartet wird der Durchbruch von Experten dennoch bald. Als Grund für die schnellere Verfügbarkeit von LTE sehen wir übrigens die bereits vorhandene Netztechnik. Funkmasten mussten lediglich umgerüstet werden.

Vodafone als LTE-Vorreiter

Bei der „Digitalen Dividende“ (Lizenzvergabe) hat der Gesetzgeber den Providern vorgeschrieben zunächst ländliche Gebiete mit LTE zu versorgen. Heute ist dies zum Großteil erfüllt, so dass die Netzbetreiber vermehrt in die Großstädte dringen. Dabei unterscheiden sie sich teils ordentlich: Vodafone gilt als Vorreiter. Das Unternehmen konnte fünf Monate vor der Telekom und acht Monate vor Telefónica das erste LTE-Netz in Betrieb nehmen (Dezember 2010). Mittlerweile hat Vodafone 60 Prozent Deutschlands mit LTE versorgt. Heute ist LTE in 120 Städten vorhanden, die mindestens 50.000 Einwohner haben. In 70 von 81 Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern hat Vodafone das LTE-Netz ebenfalls aufgebaut. Bis heute hat Vodafone bereits 4.600 Basisstationen auf das 4G-Netz aktualisiert.

Insgesamt sollten bis Ende 2012 rund 200 Städte mit LTE versorgt sein. Heute ist die LTE-Versorung in Großstädten zwar sehr unterschiedlich, aber dennoch gut.

Telekom scheut Vergleich mit Vodafone

Die Telekom ist nur ein kleines Stück langsamer. Beim Netzausbau konnten bereits 100 Städte mit LTE versorgt werden. 2.700 ländliche Gebiete sollen laut Telekom bis Ende 2012 mit Breitbandinternet über das Mobilfunknetz angebunden sein. Ein fairer Vergleich mit Vodafone ist leider nicht möglich, denn die Telekom bezieht das 3G-Netz mit ein. Wie viele LTE-Stationen das Unternehmen tatsächlich bereits hat, will man nicht rausrücken.

Telefónica nur in Großstädten

Telefónica hinkt komplett hinterher und überlässt die Anbindung auf dem Land der Konkurrenz. Lediglich in Dresden, Frankfurt/Offenbach, Köln, Nürnberg und Leipzig/Halle ist Telefónica-LTE vorhanden. Nach eigenen Angaben soll das Unternehmen 15 Prozent der Bevölkerung versorgen können. Derzeit wird der LTE-Ausbau in Berlin, Hamburg, München um im Rhein/Ruhr-Gebiet geplant – alles Städte, die bereits Ende 2012 bereits am Highspeed-LTE angebunden sein sollten.

E-Plus mit „Smart Follower“-Strategie

Einen gänzlich anderen Weg geht E-Plus mit der „Smart Follower“-Strategie. Zu ungewiss ist die Zukunft von LTE. Daher betrachtet das Unternehmen die Reaktion der Verbraucher auf LTE-Produkte. Bisher ist nach Unternehmensangaben das Interesse eher verhalten. Daher setzt E-Plus weiterhin auf die optimale Anbindung der Verbraucher mit UMTS (HSPA+). Sobald LTE für den Massenmarkt interessant wird, will E-Plus einsteigen. Bis Ende diesen Jahres will E-Plus aber den Netzausbau starten.

Wem gehört welches Frequenzspektrum?

Für LTE haben sich die Netzbetreiber unterschiedliche Frequenzen ersteigert. Maßgeblich sind dies in Deutschland 800, 1.200 und 2.600 MHz. Dabei gilt: Je höher die Frequenz, desto geringer ist der Zellradius und damit die Abdeckung mit LTE im Umkreis. Daher wird LTE mit der Frequenz 800 MHz meist in Stadtkernen bzw. Großstädten eingesetzt. Auf dem Land spielen die hohen Frequenzbänder ihre Vorteile aus. 1,8 und 2,6 GHz erreichen gegenüber 800 MHz deutlich höhere maximale Geschwindigkeiten: Theoretisch sind bis zu 100 Mbit/s (doppelt so viel) möglich.

Bei der Digitalen Dividende war das 800-MHz-Frequenzband besonders begehrt. Dieses wurde zu gleichen Anteilen von Telefónica, Telekom und Vodafone ersteigert. Die Telekom setzt diesen Frequenz-Bereich bisher nur außerhalb der Städte ein. Vorteil: Da wo LTE-800 vorhanden ist, sind höhere Datentransferraten möglich. Im 2,6-GHZ-Bereich haben alle vier Netzbetreiber Lizenzen ersteigert. Vodafone hat mit 65 Mhz hier das breiteste Spektrum. Den Bereich nutzt Vodafone bisher nur in Ausnahmefällen. Telefónica und E-Plus haben bisher darauf verzichtet.

Fazit zum LTE-Ausbau in Deutschland

Einen besonderen Vorteil hat E-Plus. Das Unternehmen darf wegen einer Genehmigung der Netzagentur auch 900-MHz-Frequenzen nutzen. Eigentlich waren diese bisher nur für GSM vorgesehen. Damit könnte E-Plus schnell und flächendeckend LTE-900 anbieten. Problematisch könnte für E-Plus nur die Neuverteilung der Frequenzen in 2016 Probleme machen.

Bis zum Jahre 2015 soll nach Angaben aller Netzbetreiber ganz Deutschland mit LTE 50 Mbit/s abgedeckt sein. Heute erreichen LTE-Verträge Transferraten von 10 bis 20 Mbit/s. Das Ziel der Telekom ist es bis dahin das LTE-Netz so gut auszubauen wie es heute 2G bzw. 3G ist. Alle Netzanbieter wollen zudem so schnell wie möglich Voice over LTE einführen. Zuletzt ist in dieser Hinsicht Telefónica nach eigenen Angaben als erstem Anbieter die Übergabe eines Telefonats (ohne Untebrechung) aus dem 4G-Netz in das 3G-Netz gelungen. In Zukunft könnte auch LTE Advanced eine Rolle spielen. Die Erweiterung ermöglicht bis zu 1 Gbit/s im Downstream.

LTE-Techniker im Schaltraum

LTE-Techniker im Schaltraum (Bild: Telekom)

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Julian Mende

Redakteur
Julian ist unser Spezialist in Sachen Kabel-Internet. Er hat nicht nur die Tarife von Kabel Deutschland, Tele Columbus und Unitymedia im Blick, sondern berichtet auch, wenn ein Unternehmen den Glasfaserausbau vorantreibt.
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