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IZMF-Messungen: Nur geringer Immissionsanstieg durch LTE

Geschrieben am 17.01.2013, 16:26 Uhr von

IZMF-Messungen: Immissionen durch LTE, GSM und UMTS

Seit September letzten Jahres führte das Informationszentrum Mobilfunk e.V. (IZMF) eine Studie zur Überprüfung von elektromagnetischen Strahlungen, die von LTE-Masten ausgehen. Neben UMTS und GSM führt LTE zum Anstieg der Mobilfunkimmissionen. Grenzwerte werden allerdings nicht überschritten.

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Für den neuen Mobilfunkstandrd LTE dürfte das Ergebnis erfreulich sein. Herbst 2012 hatte das IZMF eine Messreihe beim Institut für Mobil- und Satellitenfunktechnik (IMST GmbH) in Auftrag gegeben. Die Studie liefert ein genaues Bild über Immissionen von LTE-Anlagen und Gesamtimmissionen von Mobilfunkdiensten. Das Ergebnis: An 95 Prozent aller Messorte wurden weniger als 10 Prozent der gültigen Feldstärke-Grenzwerte erreicht. Selbst wenn dort die theoretische Maximalauslastung an installierten Sendeanlagen hochgerechnet wird.

Bei 16 LTE-Basisstationen wurden Messungen durchgeführt. In jedem Bundesland wurde (deswegen 16) wurde eine LTE-Anlage als repräsentatives Beispiel verwendet. Es wurden Anlagen in den Frequenzbereichen 800 MHz und 1,8 GHz an verschiedenen Orten untersucht. Untersucht wurden auch gleich Mobilfunkanlagen, die GSM- und UMTS-Signale aussenden, um auch deren Immissionen zu ermitteln.

Gesamtimmissionen deutlich unter den Grenzwerten

91 Messpunkte kamen am Ende zusammen. Ausrichtung, Sicht auf die jeweiligen Antennen und Abstand waren jeweils unterschiedlich. Dabei konzentrierten sich die Messer von IMST vor allem auf Gebiete wie Wohnbereiche, Schulen und Kindergärten. Laut IZMF-Geschäftsführerin Dagmar Wiebusch sind dies genau die Orte, die die Menschen interessieren. Die von LTE erzeugten Immissionen liegen demnach auf dem Niveau von GSM und UMTS. Es ergibt sich daher eine etwas erhöhte Gesamtimmission für die Bevölkerung.

Die höchste Immission wurde im obersten Stock eines Wohnhauses in Jena bei geöffnetem Fenster gemessen. Erreicht wurden an diesem Ort 13,53 Prozent des Feldstärkegrenzwertes. Die Gesamtimmission betrug an diesem Ort sogar 21,82 Prozent des Feldstärkegrenzwertes. Ein Hinweis von uns: Die Grenzwerte für elektromagnetische Felder in der EU wurden seit 1999 nicht mehr angepasst. Laut einer Nachfrage von Golem.de bei der IZMF sollen diese aber weiterhin gelten.

Messstrategien von IMST in der Kritik

Den niedrigsten Wert ermittelte das IMST in Hanau innerhalb eines Gebäudes. Die Mobilfunkantenne befand sich auf dem Dach. Die Gesamtimmission für alle Mobilfunkdienste betrug nur 0,01 Prozent des Feldstärkegrenzwertes. Unserer Meinung nach nicht verwunderlich: Mobilfunkmasten sind technisch so gefertigt, dass sie seitlich senden – nicht nach unten. Zuletzt wurde das IMST von BUND, genauer gesagt von Bernd Rainer Müller (Mobilfunkexperte des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland), wegen zweifelhaften industrienahen Messungen kritisiert. Auch der neuen Studie in der Nähe von Schulen, Wohngebieten und Kindergärten nach soll die Mobilfunktechnik keine gesundheitlichen Folgen bei Menschen auslösen.

UPDATE 21.01.2013: Im Forum des IZgMF wurde eine Stellungnahme des IMST zu den Vorwürfen vom BUND abgegeben.

Weiterführenden Informationen:

IZMF-Messungen: Immissionen durch LTE, GSM und UMTS

IZMF-Messungen: Immissionen durch LTE, GSM und UMTS (Bild: IZMF)

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Maria Tuchajew

Redakteurin
Maria ist aktuell unsere einzige RedakteurIN. Sie interessiert sich um Internet via Funk und Satelliten-Internet. Ihr Fachgebiet sind also die typischen DSL-Alternativen, wenn DSL oder Kabel-Internet nicht möglich sind.
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