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EU-Studie: Bei DSL nur 60 Prozent der versprochenen Leistung

Geschrieben am 01.07.2013, 09:46 Uhr von

xDSL-Speed der EU-Länder

Einer Studie der EU-Kommission nach sollen Breitbandanschlüsse 26 Prozent langsamer sein, als vom Internet-Provider versprochen. Die Studie zeigt das, was viele Verbraucher vermuten: Sie erhalten nicht die Download-Geschwindigkeit für die sie bezahlen. Durchschnittlich müssen sie sich mit 74 Prozent der versprochenen Surfgeschwindigkeit zufrieden geben. Bei DSL sind die Zahlen noch beunruhigender.

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Die Studie zu Breitbanddiensten (PDF) hat Daten einer Umfrage vom März 2012 ausgewertet. Es wurden 9.000 Nutzer in allen 27 Mitgliedsstaaten (+Kroatien, Island und Norwegen) ausgewertet. Gemessen wurde zu Spitzenzeiten – also zwischen 19 Uhr und 23 Uhr und das an Wochentagen.

Kabelanschlüsse erzielten dabei die besten Resultate. Laut EU sollen sie 94,4 Prozent der versprochenen Geschwindigkeit tatsächlich liefern. 84,4 Prozent sind es im Glasfasernetz (FTTx). Besonders schlecht sieht es bei DSL-Anschlüssen aus. Verbraucher sollen nur 60,3 Prozent der im Vertrag genannten Bandbreite erhalten, wie folgende Statistik zeigt.

xDSL-Speed der EU-Länder

xDSL-Speed der EU-Länder

Im Durchschnitt lag die Download-Geschwindigkeit bei 19,47 Mbit/s. Zwischen den Übertragungstechniken gibt es deutliche Unterschiede. Während an Glasfaseranschlüssen im Durchschnitt 41,02 Mbit/s anliegen, sind es bei DSL-Anschlüssen mit nur 7,2 Mbit/s lächerlich wenig. Kabelanschlüsse kommen auf durchschnittlich 33,10 Mbit/s. Deutschland ist bei DSL-Downloadraten mit 75,1% über dem EU-Durchschnitt.

Kabel-Internet Speed EU-Statistik

Kabel-Internet Speed EU-Statistik

Besseres Ergebnis bei Upload-Geschwindigkeiten

Bessere Zahlen ergaben die Statistiken bei Uploads. In ganz Europa betrug der Durchschnitt 6,2 Mbit/s. Das entspricht 88 Prozent der vom Provider angegeben Geschwindigkeit. Die schnellsten Uploads schaffen Glasfaseranschlüsse mit 19,8 Mbit/s. DSL- und Kabelanschlüsse erreichen mit nur 0,69 und 3,68 Mbit/s deutlich niedrigere durchschnittliche Upload-Geschwindigkeiten.

Die EU-Kommission will in Zukunft halbjährlich ähnliche Statistiken bzw. Messungen durchführen, so dass wir einen genauen Überblick über die Breitbandentwicklung in Europa erhalten. Ziel ist es die Provider dahin zu bewegen die in Werbung und Verträgen versprochenen „bis zu XY Mbit/s“ einzuhalten. Ähnliche Ziele haben auch die Bundesregierung (Rösler will versprochene Surfgeschwindigkeit einfordern) und auch die Bundesnetzagentur. Letztere hat im April eine Studie veröffentlicht.

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Timo Zudjak

Chefredakteur
Timo ist Chefredakteur auf DSL-Stadt. Er ist selbst auch Autor und schreibt hier über News zu LTE (Long Term Evolution) und immer wenn es etwas Neues im DSL-Bereich zu berichten gibt. Er ist der Ansprechpartner für alle anderen Redakteure aus dem Team.
tag_blue Schlagwörter: DSL, EU, Studie
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