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DSL-Vectoring: Telekom reicht Antrag bei Bundesnetzagentur ein

Geschrieben am 19.12.2012, 16:57 Uhr von

Sitz der Bundesnetzagentur

DSL-Vectoring ermöglicht der Deutschen Telekom AG deutlich schnellere Breitbandanschlüsse als bislang möglich sind. Damit die Technik eingesetzt wird, hat die Telekom bei der Bundesnetzagentur einen Antrag eingereicht. Es soll Rechtssicherheit für alle Wettbewerber und auch die Telekom geben.

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In Österreich und Belgien wird Vectoring bereits eingesetzt. Dort haben Regulierungsbehörden mit Hilfe der EU-Komission bereits der neuen Technik zugestimmt, wie im Pressebericht der Telekom zu lesen ist. Damit die Vernetzung in Deutschland noch besser funktioniert, hat die Telekom die Initiative ergriffen und einen Antrag bei der Bundesetzagentur gestellt. Millionen Haushalte könnten von dem schnellen Internet in Deutschland profitieren, so Niek Jan van Damme (Deutschland-Vorstand bei der Telekom).

100 Megabit pro Sekunde

Tatsächlich würde DSL-Vectoring Haushalten eine Downstream-Rate von 100 Mbit/s ermöglichen. Das wäre doppelt so schnell wie mit VDSL aktuell bei der Telekom möglich ist. In Upload-Richtung bietet Vectoring 40 Mbit/s. Das wäre sogar schneller als die Kabelnetzbetreiber (Kabel Deutschland, Unitymedia, Kabel BW) derzeit anbieten können.

Die Telekom will in den nächsten vier Jahren sechs Milliarden Euro in Vectoring investieren. Technisch gesehen gehen Glasfaserleitungen bis zu den Kabelverzweigern. In den Kästen muss die Technik auf DSL-Vectoring aufgerüstet werden. Von den Kabelverzweigern zu den Haushalten bleibt die zweiadrige Kupferleitung. Genau deshalb kritisierte das FTTH Council die Vectoring-Pläne der Telekom. Laut dem Geschäftsführer würde Vectoring den Glasfaserausbau bremsen.

Telekom fordert alleinige Kontrolle der Kabelverzweiger

Durch den Ausgleich von elektromagnetischen Störungen zwischen Leitungen kann dank Vectoring die Bandbreite verdoppelt werden. Hierfür muss allerdings die Telekom die gesamte Technik im Kabelverzweiger kontrollieren – andere Anbieter dürften keinen Zugriff haben. 2,3 Prozent aller 330.000 Kabelverzweiger sind von der Konkurrenz mit eigenen Leitungen verbunden.

Von den Netzausbau-Investitionen sollen aber auch Wettbewerber profitieren. Damit es zu keiner Monopolstellung kommt, will sie den anderen Marktteilnehmern einen Bitstream-Anschluss für Vectoring bereitstellen. Im Gegenzug fordert die Telekom aber gleiches von anderen Netzbetreibern. Von der Vectoring-Technik können 24 Millionen Haushalte profitieren.

Sitz der Bundesnetzagentur

Sitz der Bundesnetzagentur (Bild: Wikipedia / Leit)

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Stephan Gottlieb

Redakteurin
Stephan ist unser neuester Redakteur und schreibt bei uns über mobiles Internet. Er kennt die Smartphone-Tarife der bekannten Anbieter und versorgt euch mit News zu UMTS und LTE. Außerdem schreibt er über den DSL-Ausbau.
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