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DSL-Vectoring, Kabel-Internet oder FTTH – Welcher Standard wird sich durchsetzen?

Geschrieben am 21.03.2013, 10:40 Uhr von

Telekom FTTH

Drei Internetübertragungstechniken bieten sich an, um die zukünftige Nachfrage nach Breitband-Internet zu erfüllen. ADSL wie wir es heute kennen wird nicht ausreichen, da es nur 16 Mbit/s ermöglicht. Mit VDSL können die DSL-Anbieter auch höchstens 25 bzw. 50 Mbit/s realisieren. Welche Alternativen gibt es und wie sieht die Zukunft aus? Wir wagen einen Blick in die Zukunft.

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Via Kabelanschluss zum Highspeed-Internet

Die oftmals unterschätzte Technik über das TV-Kabel setzt sich immer mehr durch. Unterschätzt, weil zu Beginn das einstige Kabelnetz als unbeliebt galt (2000 – 2003). Erst später als die Kabelnetzanbieter auch Highspeed-Internet ins Sortminent namen, wurden Kabel Deutschland und co. immer beliebter. In Deutschland erreichen die Kabelnetzbetreiber bereits jetzt 65 Prozent aller Haushalte. Schmackhaft machen sie die eigenen Angebote, weil sie bereits jetzt 100 Mbit/s liefern können. Mit Kabelbündelung seien sogar bis zu 400 Mbit/s möglich – allerdings ist die Nachfrage danach noch gering. In der Praxis sieht es etwas anders aus: die 100 Mbit/s gibt es nur in ausgewählten Städten. Meist liefert Kabel Deutschland z.B. nur maximal 32 Mbit/s aus.

95 Prozent Abdeckung mit 100 Mbit/s bis 2015

Bis 2015 will aber Kabel Deutschland die Verfügbarkeit von 100 Mbit Internet erhöhen. Erst kürzlich hatten wir davon berichtet, dass der Anbieter 60 Städte und Gemeinden mit dem schnellen Internet ausgestattet hat. Den Umstand, dass die „Tele Columbus“-Übernahme nicht erlaubt wurde, hat Kabel Deutschland genutzt, um bis 2015 rund 300 Millionen Euro in den Ausbau zu investieren. 95 Prozent in Deutschland sollen das Breitbandinternet mit 100 Mbit/s bis 2015 haben. Unitymedia ermöglicht teilweise sogar bis zu 150 Mbit/s – so z.B. in Ebsdorfergrund. Im Vergleich zu DSL haben sie einen marginalen Vorteil: Es sind keine Grabungen notwendig. Es genügt Frequenzen zu erweitern.

Gibt es bald WLAN-Hotspots von Kabel Deutschland?

Einen weiteren großen Vorteil haben Kabelnetze, weil sie bei Video on Demand und HD-Streaming nicht die eigentliche Bandbreite für Internet verbrauchen. Anders ist dies bei DSL. Des Weiteren überlegt Kabel Deutschland Verteilerkästen mit öffentlichen WLAN-Hotspots auszustatten. Kunden könnten dann gratis surfen, während Nichtkunden gegen kleines Geld sich einwählen können.

VDSL-Vectoring als Übergangslösung

VDSL-Vectoring scheint kurzfristig eine günstige Möglichkeit die DSL-Geschwindigkeiten zu erhöhen. Den Antrag hatte die Telekom bereits Mitte Dezember 2012 eingereicht. Technisch schafft VDSL-Vectoring bis zu 100 Mbit/s. Dabei ist der größte Vorteil von VDSL-Vectoring, dass die Netze günstig aufgerüstet werden können. Tiefbauarbeiten sind nicht notwendig, weil die bestehende Infrastruktur genutzt wird. Kunden müssen aber dennoch Endgeräte tauschen. Aber auch die DSLAMs bei den DSL-Anbietern müssen aufgerüstet werden. VDSL-Vectoring ist eine Übergangslösung. Letztendlich sollen bereits bei 10 separaten VDSL-Aschaltungen in einem Telefonkabelbündel zu einem gestörten Vectoring führen.

Glasfasernetze: Die Zukunft des Internets

Bereits jetzt bestehen im Backbone-Bereich die Netze aller Anbieter aus Glasfaserleitungen. Langfristig scheint die Technik FTTH (Fiber-to-the-Home) die Technik zu sein. So haben die aktuell installierten Glasfaserleitungen eine Lebensdauer von 30 Jahren. Zukünftig werden die Anforderungen an schnelle Netze derart hoch, dass nur Glasfaser stand halten kann.

Telekom FTTH

FTTH Glasfasertechnik – die Zukunft? (Bild: Telekom)

LTE oder LTE Advanced werden nicht ausreichen: Für 8K Video-Streaming (Auflösung von 7.680 x 4.320) sollen 24 Gbit/s erforderlich sein. Im Gegensatz zu DSL oder LTE ist die Übertragung via Glasfaser auch nicht so störanfällig. Derzeit können per FTTH bis zu 1 Gbit/s im Downstream realisiert werden.

FTTH – Was ist das? Schaut euch das Video an:

Weiterführende Informationen:

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Konstantin Matern

Geschäftsführung & Leitung
Konstantin machte bereits 2003 bis 2007 seine Ausbildung bei der Deutschen Telekom AG. Heute betreibt er verschiedene Portale im Bereich der Telekommunikation. Auf DSL-Stadt.de schreibt er über verschiedene Themen und setzt sich für den Breitbandausbau (auch auf dem Land) ein.
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