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DSL und LTE: Rösler will versprochene Surfgeschwindigkeit einfordern

Geschrieben am 21.05.2013, 12:11 Uhr von

Philipp Rösler

Nur die wenigsten Deutschen surfen mit den von Providern versprochenen Surfgeschwindigkeiten. Wirtschaftsminister Philipp Rösler will dagegen etwas tun. Der Staat soll eingreifen, wenn Internetanbieter ihre Leistungen verbessern. Sie sollen gezwungen werden die im Vertrag angegebene maximale Surfgeschwindigkeit bei DSL-Anschlüssen zur Verfügung zu stellen.

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Grundlage für Röslers Entschluss ist eine Studie der Bundesnetzagentur. Es wurden knapp eine Viertelmillionen Messungen ausgewertet. Nach ihr sind viele DSL-Anschlüsse deutlich langsamer als der angegebene Höchstwert. 19,5 Prozent aller Endkunden sollen die vereinbarte maximale Bandbreite tatsächlich nutzen können. 69,2 Prozent können nicht einmal die Hälfte der versprochenen Geschwindigkeit nutzen.

LTE besonders enttäuschend

Der Studie (wir berichteten bereits) nach liegen die LTE-Surfgeschwindigkeiten besonders weit unter den versprochenen Datenübertragungsraten. So sollen nur 1,6 Prozent aller LTE-Kunden die volle Datenrate von 25 bis 50 Megabit pro Sekunde nutzen. 23,3 Prozent können die halbe Datenübertragungsrate bei LTE nutzen. Gut sieht es nur bei niedrigen Breitbandklassen von 1 bis 2 Megabit pro Sekunde aus: Hier können 80,1 Prozent auf die halbe oder volle versprochene Übertragungsrate zugreifen.

Es hat sich außerdem gezeigt, dass Angebote der Kabel-TV-Anbieter „im Ergebnis realistischer als DSL/VDSL und Mobilfunkangebote“ sind. Dieser Punkt dürfte Anbietern wie der Telekom gar nicht gut gefallen. Die Telekom will mit DSL-Vectoring einführen. Es bleibt die Frage, welche Technik sich durchsetzen wird. Fakt ist: Es wird teuer für die Telekom. Der Ausbau von Glasfaserleitungen wird rund sechs Milliarden Euro kosten. Finanzieren will die Telekom dies, indem Leitungen der Konkurrenz zur Verfügung gestellt werden und sie sich am Ausbau finanziell beteiligen. Außerdem will die Telekom eine DSL-Drosselung einführen. Kunden, die eine bestimmte Volumengrenze überschreiten, erhalten (vorübergehend bis zum Monatsende) langsames Internet – können dies aber gegen eine Zahlung wieder schnell machen.

Am 4. Juni treffen sich Vertreter der Behörde mit Internetanbietern

Geplant ist am 4. Juni ein Treffen mit Internetanbietern bei der Bundesnetzagentur. Es soll geklärt werden, ob weiterhin die Qualitätskontrolle den Unternehmen überlassen oder der Staat eingreifen wird. Kritik an der Studie äußerten Internetanbieter bereits. Sie werfen methodische Schwächen bei der Erhebung vor.

[Bild: Flickr.com / Christliches Medienmagazin pro]

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Konstantin Matern

Geschäftsführung & Leitung
Konstantin machte bereits 2003 bis 2007 seine Ausbildung bei der Deutschen Telekom AG. Heute betreibt er verschiedene Portale im Bereich der Telekommunikation. Auf DSL-Stadt.de schreibt er über verschiedene Themen und setzt sich für den Breitbandausbau (auch auf dem Land) ein.
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